GESCHICHTE DER PFARRE

Bis 1903  gehörte Itzling zur drei Kilometer entfernten Pfarre Gnigl.

18. August 1900   Am 70. Geburtstag von Kaiser Franz Joseph I. fällt der Beschluss zum Kirchenbau "zum Heile der Seelen, besonders der vielen Schulkinder".

Die Finanzierung geschah durch die Stifter und großzügigen Spender, unter ihnen der Salzburger Rompilgerzug 1900. Eine Würdigung dieser Personen und Institutionen befindet sich an den zwei Marmorsäulen unter der Orgelempore im hinteren Teil unserer Kirche.

Das Areal - ursprünglich zum Stroblgut gehörend - umfasste neben dem eigentlichen Kirchenbau auch das der Volksschule und des bis 2016 bestehenden Kirchenwirts.

9. Juni 1901     Grundsteinlegung für den Kirchenbau, ein besonderer Förderer war Erzbischof Johannes Baptist Katschthaler, der Urgroßonkel des späteren Salzburger Landeshauptmannes (1989-1996)  Hans Katschthaler. In der Urkunde ist die Bitte an den Kirchenpatron, den Hl. Antonius von Padua, enthalten: "Sei du für diese Ortschaft ein Apostel des Glaubens und der Liebe, sei du ein Helfer der Armen, ein Tröster der Waisen, ein Lehrer der Kinder, ein Freund der Arbeiter, ein Vater des Volkes!" 

Am 11. Oktober 1903   wird die Kirche von Erzbischof Johannes Baptist Katschthaler geweiht. Baumeister und Architekt des Kirchenbaus ist Jacob Ceconi (1857-1922) aus der friulanischen Architektenfamilie Ceconi, die über mehrere Jahrzehnte in Salzburg tätig ist. Von Jacob Ceconi stammen auch die Volksschule Itzling, das Pfarrhaus (ursprünglich einstöckig und "Bahnwächterhäuschen" genannt; 1914 aufgestockt) und der ehemalige Kirchenwirt zu Itzling, Kirchenstraße 22.

Pfarrkirche, Schule und Pfarr-Stöckl (heute Pfarrzentrum);

rechts im Bild die Kirchenstraße   

um 1908

Quelle: Pfarrarchiv Itzling

Von 1903 bis 1912 ist Itzling eine Expositur der Pfarre Gnigl. Erster Expositus ist Dr. Josef Führnkranz (1904-1907), gefolgt von Gabriel Kellinger (1907-1911) und Josef Kepplinger (1911/12).

Am 2. Dezember 1912 wird Itzling zur eigenen Pfarre erhoben, Josef Kepplinger, der letzte Expositus, wird der erste Pfarrer in Itzling.

Im Ersten Weltkrieg (1914-1918) muss das Geläute der Pfarrkirche für Kriegszwecke abgeliefert werden.

1923 wird in der Glockengießerei Oberascher in Kasern ein neues Geläute mit vier Glocken angeschafft.

In der Zwischen- und Nachkriegskriegszeit kommt es zu einer mehrmaligen Umgestaltung des Innenraums v. a. im Bereich der Apsis: Malereien beim Turm- und Sakristei-Eingang, Textildrapierung, Strahlenkranz- und Zackenkranz-Malerei in der hinteren Apsis).

1937  Nach dem Tod von Josef Kepplinger wird Peter Paul Bramböck neuer Pfarrer in Itzling.

1941   Johann Baptist Vogl, der spätere Pfarrer, wird Kooperator in Itzling.

Im Zweiten Weltkrieg (1939-1945) muss wiederum das Geläute abgeliefert werden, nur die Josefs-Glocke (aus 1923) kann bis heute in der Glockenstube im Kirchturm bleiben.

Am 20. Jänner 1945 trifft beim zehnten (von 15) Bombenangriffen auf Salzburg  eine US-amerikanische Fliegerbombe den hinteren Teil der Kirche, durchschlägt die Dachkonstruktion und zerstört die Orgel samt der Empore.

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In der unmittelbaren Nachkriegszeit beteiligt sich die Pfarre aktiv am Wiederaufbau in Itzling, die vordringlichste Aufgabe dabei ist es, die Wohnungsnot zu lindern. Auch die Schäden an der Pfarrkirche werden beseitigt.

Am 19. März 1949 wird Johann Baptist Vogl neuer Pfarrer. Er ist  bis zum 31. August 1990 als Pfarrer seelsorglich in Itzling tätig und weist damit die bisher längste Amtszeit der Pfarrherren auf.

1952  Eine neue Orgel wird angeschafft (Orgelbauer Max Dreher, Salzburg). Ein Spieltisch befindet sich im rechten vorderen Teil der Kirche (Apsisorgel, 14 Register), eine kleine Orgel wird auch auf der Empore errichtet (sieben Register).

Zu Christi Himmelfahrt, am 27. Mai 1954, wird das neue Geläute (Glockengießerei Oberascher, Kasern) geweiht. Neben den vier neuen Glocken befinden sich noch die Josefs-Glocke und die am Kriegsende auf dem Salzburger Hauptbahnhof gefundene kleine Glocke mit kyrillischer Aufschrift auf dem Turm. Deren Herkunft konnte bisher nicht geklärt werden.

1965   Der oberösterreichische Theologe und Kirchenmusiker Hermann Kronsteiner vertont das Gedicht  Dornengekrönter,  das aus der Hand von Pfarrer Johann B. Vogl stammt.  1968 veröffentlicht Pfarrer Vogl seine Gedichtesammlung unter dem Titel  Unterwegs .

Mit dem Bau der Goethesiedlung um 1970 vergrößert sich die Einwohnerzahl und die der Katholiken in Itzling stark.

1979  Schaffung der Salzburger Stadt-Dekanate: Die Pfarre Itzling zählt nun bis 2011 mit den Pfarren Gnigl, Parsch, Aigen, Elsbethen, St. Elisabeth und St. Andrä zum Stadt-Dekanat Salzburg-Ost, zu dem 2001 auch die neu geschaffene Pfarre St. Severin (Sam) kommt.

Am 27. Mai 1984  stirbt im Alter von 78 Jahren Landesgerichtspräsident Dr. Ernst Melzer, der über mehr als ein halbes Jahrhundert verdienstvoller Organist und Kirchenchorleiter  in der Pfarre war.  Sein Nachfolger wird ab 4. Juni 1984  Mag. Johannes Holztrattner.

Am 1. Mai 1985  segnet Pfarrer Johann Vogl in Anwesenheit von Landeshauptmann Wilfried Haslauer senior und Bürgermeister Josef Reschen das Denkmal für die Bombenopfer Salzburgs im Zweiten Weltkrieg. Die Künstlerin Eva Mazzucco hat das Denkmal an der Ischlerbahnstraße geschaffen.

13. Juli 1986    Pfarrer Johann Vogl feiert mit zahlreichen Konzelebranten sein Goldenes Priesterjubiläum mit einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche. Festredner ist Pfarrgemeinderats-Obmann Siegfried Burghart.

1986 wird die Tradition des Itzlinger Adventsingens aufgenommen- einer der Initiatoren ist Karl Pepper. Als terminlicher Fixpunkt kristallisiert sich in den folgenden Jahren jeweils der 3. Adventsonntag heraus.

Juli 1990   Einweihung des neuen Pfarrzentrums Itzling in der Kirchenstraße 34 durch Prälat Sebastian Ritter, den Finanzkämmerer der Erzdiözese Salzburg. Für Veranstaltungen stehen nun der Pfarrsaal und der Antoniussaal - bis in die Mitte der 1960-er Jahre die Räumlichkeiten des Kinos Itzling - zur Verfügung. In der Kirchenstraße 34 entsteht das ABZ (Arbeiter-Begegnungszentrum der Katholischen Arbeiterjugend).

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Am 1. September 1990 wird Mag. Ernst Pöttler neuer Pfarrer. In seiner Anfangszeit entstehen viele neue pfarrliche Interessensgruppen wie der Sozialkreis, der jährlich zweimal stattfindende Pfarr-Flohmarkt, die Dritte-Welt-Gruppe etc.

1990/91 finden umfangreiche Renovierungsarbeiten am Pfarrhof statt.

1992  Das Geläute und der Antrieb der Turmuhr werden auf Automatik umgestellt. Damit entfällt das tägliche manuelle Angelus-Läuten um 7, 12 und 19 Uhr; auch die Turmuhr (je einmal pro Tag mit händischem Aufziehen der Gewichte für Uhr, Viertelstundenschlag und Stundenschlag) gehört der Vergangenheit an.  

1. November 1994   Am Fest Allerheiligen wird die Radiomesse in den ORF-Regionalradios zum ersten Mal aus der Stadtpfarrkirche Itzling übertragen. (siehe auch 12.5.2019)

Von 1996 bis 2003 erfolgt eine umfassende Außen- und Innenrenovierung der Pfarrkirche. Federführend ist dabei Architekt DI Wolfgang Weiser. Im vorderen Innenraum der Kirche werden die Sitzbänke geschweift angelegt, die Kanzel, die Beichtstühle, das Kommuniongitter aus der Entstehungszeit der Kirche und die Apsisorgel werden entfernt. Das Kruzifix in der Apsis wird durch eine besondere Beleuchtungsinstallation aufgewertet. Auch der 1963 an der Salzach gefundene Wurzelstock in Form eines dornengekrönten Christus wird entfernt.

Ab 2002 erfolgen umfangreiche Planungen zur Anschaffung einer neuen Orgel.

Am 23. April 2003 stirbt der fast ein halbes Jahrhundert in Itzling tätige Altpfarrer Johann Baptist Vogl knapp 91-jährig in Kahlsperg/Oberalm, er wird am 30. April 2003 unter großer Itzlinger Anteilnahme auf dem Städtischen Friedhof in Hallein beerdigt.

6. Juli 2003   Der in Tirol wirkende Franziskanerpater Mag. Volker Stadler OFM, ehemaliger Itzlinger Ministrant, feiert  unter großer Anteilnahme der Bevölkerung Primiz in seiner Heimatpfarrkirche Itzling.

Oktober 2003      100-Jahr-Feier der Kircheneinweihung und Festgottesdienst mit Erzbischof Dr. Alois Kothgasser

17. April 2005  Einweihung des neu gestalteten Kirchenvorplatzes. Die nördliche der beiden Kirchen-Linden vor dem Kircheneingang muss im Vorfeld der Neugestaltung gefällt werden.

8. März 2008   Der Vertrag zur Errichtung einer neuen Orgel wird unterschrieben (Orgelbau Rieger, Schwarzach in Vorarlberg). Die Umsetzung dieses Orgel-Projekts ist der tatkräftigen Unterstützung durch Herrn Hubert Palfinger sen. und durch die Stadt Salzburg zu verdanken.

13. Juni 2010     Erzbischof Dr. Alois Kothgasser weiht die neue Rieger-Orgel.    (2191 Pfeifen, 31 klingende Register, zwei Manuale, Schwellwerk im II. Manual, Koppeln II/I,  I/P und II/P, elektronische Setzeranlage). Eine Marmortafel beim Orgelaufgang dankt dem großherzigen Spender, Herrn Hubert Palfinger senior. Ein Register der Orgel trägt die Bezeichnung  Palfivox.

2011   Die seit 1979 bestehenden vier Salzburger Stadt-Dekanate werden zum Stadt-Dekanat Salzburg mit sechs Pfarrverbänden.  Itzling wird Teil des Pfarrverbands Itzling - St. Severin - St. Elisabeth - St. Andrä.

2. Oktober 2016   Nach 103 Jahren schließt der Kirchenwirt zu Itzling seine Pforten. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Kirche - auf dem Gelände des ehemaligen Gastgartens - entsteht ein neues Mehrparteienhaus, auch der Kirchenwirt, ein historischer Ceconi-Bau, wird zu einem Wohngebäude.

1. September 2017    Mag. Johann Schwaighofer, bisher Pfarrer in Wals (und Großgmain),  wird neuer Pfarrer für  Itzling - Gnigl - St. Severin. Er ist damit der Fünfte in der Reihe der Pfarrherren seit 1912. Neu im Mesneramt ist Pfarrhaushälterin Eva Michel - als Nachfolgerin von Mesner Karl Pepper. Neue Pastoralassistentin wird Verena Mandl. Neben den Hl. Messen gibt es ab nun auch verstärkt Wort-Gottes-Feiern und Taizé-Gebete.

23. Februar 2018  Erstmals findet in der Kirche eine Vesper, das kirchliche Stundengebet, statt, das ab nun jeden Monat gefeiert wird.

1. September 2018   Mag. Annette Neutzner wird neue Pastoralassistentin für die Pfarre Itzling.

12. Mai 2019  Am Muttertag wird die Radiomesse in den ORF-Regionalradios aus der Pfarre Itzling übertragen. Die kirchenmusikalische Gestaltung übernimmt der Kirchenchor. Zelebrant ist Pfarrer Johann Schwaighofer.


Chronist: Johannes Holztrattner