GESCHICHTE DES ORTES

Topographie

Itzling ist ein Stadtteil im äußersten Norden der Landeshauptstadt  Salzburg zwischen den Ausläufern des Plainbergs im Norden, der Elisabeth-Vorstadt im Süden, der Salzach im Westen und Gnigl im Osten. Die ursprüngliche selbstständige bäuerlich geprägte Vorstadtgemeinde Gnigl-Itzling wurde am 1. Juni 1935 Teil der Landeshauptstadt Salzburg.

Blick auf Itzling (Bildmitte) von Maria Plain aus, Blickrichtung Süden

Quelle: Archiv Holztrattner 2016-2/2846


Geschichte des Ortes

Der Name Itzling geht auf das frühe Mittelalter zurück: Ein Bajuware namens Uzzo siedelte in diesem Raum und aus den Notitia Arnonis - einem Güterverzeichnis des ausgehenden 8. Jahrhunderts - geht hervor, dass Herzog Theodebert von Baiern am Beginn des 8. Jahrhunderts dem Salzburger Erzbischof ein Dorf mit 20 Höfen - genannt Uzzilinga - vermacht hatte. Die Schreibweise änderte sich in den folgenden Jahrhunderten mehrmals: Uzzelingen, Uzzeling, Izzeling.

Der Charakter der bäuerlichen Siedlung blieb Jahrhunderte lang bestehen, bis mit dem Bahnbau in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (u. a. Elisabethbahn, heute Westbahn 1860 und Giselabahn, heute Salzburg-Tiroler-Bahn 1875 bzw. Tauernbahn 1905) ein deutlicher Strukturwandel einsetzte und die Entwicklung des Ortes eng mit dem Aufschwung des Eisenbahnwesens verbunden war. Itzling entwickelte sich stark zu einer Eisenbahnersiedlung, wovon heute noch die ehemaligen Eisenbahnerbauten an der Bahnhofstraße erinnern.

Itzling (gegen Nordwesten)  um 1928

Quelle: Pfarrarchiv Itzling

Schon vor 1900 forderten die Itzlinger eine eigene Kirche bzw. Seelsorgestelle, denn der Weg zur drei Kilometer entfernten Pfarrkirche Gnigl erschien vielen zu mühsam. Am 18. August 1900 - dem 70. Geburtstag von Kaiser Franz Joseph - fiel der Baubeschluss und dank großzügiger kaiserlicher, öffentlicher und privater Spenden konnte der Kirchenbau innerhalb von drei Jahren fertiggestellt werden. Am 11. Oktober 1903 weihte Fürsterzbischof Johannes Baptist Katschthaler die neue Kirche ein, die bis 1912 noch eine Expositurkirche von Gnigl war. Seit 1. Oktober 1912 ist Itzling eine eigene Pfarre.

Die Nähe zum Hauptbahnhof erwies sich in den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs als fatal, denn Itzling hatte schwer unter den Bombardierungen 1944/45 zu leiden, besonders der Angriff vom 16. Oktober 1944 forderte viele Menschenleben. Am 20. Jänner 1945 traf eine amerikanische Fliegerbombe den hinteren Teil der Kirche und zerstörte den südwestlichen Teil der Empore samt der Orgel.

Die Zeit des Wiederaufbaus war in Itzling auch ein Zusammenwirken von kirchlichen und weltlichen Stellen. Besonders verdient gemacht hat sich dabei der damalige Itzlinger Kaplan (seit 1941) und spätere Pfarrer Johann Vogl (Amtszeit 1949-1990), der in der tristen Situation der ausgehenden 1940-er Jahre so manches Leid massiv lindern konnte.

Zur massiven Veränderung in der Siedlungsstruktur Itzlings trug die Errichtung der Großwohnsiedlung Goethestraße (ab 1970) bei. Diese Zeit war auch geprägt von der Schaffung von Bildungseinrichtungen in Itzling: Musisches Gymnasium, Höhere Technische Bundeslehranstalt (HTL), Techno-Z / Science City / Universität Salzburg.

Seit einigen Jahren hat auch das Landesverwaltungsgericht des Bundeslandes Salzburg seinen Sitz in Itzling.

22. August 2019: Im Zuge der infrastrukturellen Erneuerung der Westbahn zwischen Attnang-Puchheim (OÖ) und Salzburg Hbf wird die seit 1904 bestehende Wienerdammbrücke (zwei Parallelträgerbrücken mit zur Mitte fallenden Streben und zentralem Rautenfachwerk) in der Nacht auf 23. August abgetragen und durch ein Betonbauwerk ersetzt. Der östliche zweite Brückenteil folgt einige Tage später.

Wienerdamm-Brücke wenige Stunden vor dem Abriss am 22. August 2019

Quelle: Archiv Holztrattner 2019-8/3869